Die brandenburgische Seenplatte für alle Sinne Fünf sommerliche barrierearme Ausflugstipps

Sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken – die brandenburgische Seenplatte erzählt ihre Geschichten über alle Sinne hinweg! An diesen fünf Orten laden besonders barrierearme und rollstuhlgerechte Ausflugsziele zu Erlebnissen für Augen, Ohren und Hände ein.

Eberswalde: Industriegeschichte trifft Naturerlebnis

Spielen und Planschen zwischen Industriekultur: der Familiengarten Eberswalde ist ein Abenteuerspielplatz für Klein und Groß. Foto: Stefan Escher | agentur one
Spielen und Planschen zwischen Industriekultur: der Familiengarten Eberswalde ist ein Abenteuerspielplatz für Klein und Groß. Foto: Stefan Escher | agentur one

Das Museum Eberswalde gibt spannende Einblicke in die Stadt- und Regionalgeschichte mit Schwerpunkt auf die Industriekultur entlang des Finowkanals. Ein besonderes Highlight der Ausstellung: Der Eberswalder Goldschatz! Die Ausstellungsräume sind rollstuhlgerecht gestaltet und verfügen über ein taktiles und kontrastreich gestaltetes Blindenleitsystem, das die Orientierung erleichtert. Bei speziellen Führungen dürfen ausgewählte Objekte nicht nur betrachtet, sondern auch ertastet werden – Geschichte wird hier im wahrsten Sinne begreifbar.

Märchenspiellandschaft, kunstvolle Gartenanlagen und spielerische Einblicke in die Industriegeschichte: Der Familiengarten Eberswalde lädt mit Formen, Farben und kleinen Entdeckungen zum Erkunden ein. Seine barrierearme Gestaltung mit großzügigen Wegen, vielen Sitzmöglichkeiten und weitläufigem Grün macht ihn zu einem beliebten Ziel für Jung und Alt.

Nicht weit entfernt am Oder-Havel-Kanal beeindrucken die Schiffshebewerke Niederfinow mit ihrer gewaltigen Technik: Hier lassen sich Schiffe beobachten, die wie in einem Fahrstuhl einen Höhenunterschied von 36 Metern überwinden. Die Besucherplattform im neuen Hebewerk in knapp 50 Metern Höhe ist per Aufzug auch mit Rollstuhl erreichbar. Einmalige Ausblicke garantiert!

Lindow (Mark): Wo innere Ruhe einkehrt

Duftende Kräuter, unterfahrbare Pflanzkästen, Informationen in Brailleschrift: Der Garten des Buches in Lindow (Mark) ist ein Vorzeigebeispiel für Inklusion. Foto: Brandenburgische Seenplatte GmbH
Duftende Kräuter, unterfahrbare Pflanzkästen, Informationen in Brailleschrift: Der Garten des Buches in Lindow (Mark) ist ein Vorzeigebeispiel für Inklusion. Foto: Brandenburgische Seenplatte GmbH

Auf dem Klostergelände in der Drei-Seen-Stadt Lindow (Mark) liegt ein besonderer Ort der Begegnung: der barrierefreie Garten des Buches. Als erster jüdisch-christlich-muslimischer Lehr- und Schaugarten Deutschlands verbindet er Pflanzenwissen mit religiösen Traditionen. Duftende Kräuter, unterfahrbare Pflanzkästen, gut befahrbare Wege und Informationen in Brailleschrift machen den Garten zu einem Ort, der bewusst verschiedene Sinne anspricht und vielen Menschen einen selbstbestimmten Zugang ermöglicht.

Menz/Neuglobsow: Natur bewusst wahrnehmen

Wie das duftet! Verschiedene Blumen und Kräuter können Familien im Sinnesgarten im NaturParkHaus entdecken. Foto: André Wirsig
Wie das duftet! Verschiedene Blumen und Kräuter können Familien im Sinnesgarten im NaturParkHaus entdecken. Foto: André Wirsig

Im beschaulichen Ort Menz verbinden sich Naturerlebnis und Umweltbildung auf besonders zugängliche Weise: Das NaturParkHaus, Besucherzentrum des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, bietet eine kleine barrierefreie Erlebnisausstellung sowie einen liebevoll gestalteten Sinnesgarten mit Fußtastpfad und Beschilderung in Brailleschrift. Hier stehen bewusstes Fühlen, Hören und Entdecken im Mittelpunkt.

Ganz in der Nähe des Stechlinsees öffnet das Glasmuseum Neuglobsow seine Türen und erzählt vom Leben der Glasmacher im 18. Jahrhundert. Die rollstuhlgerecht zugängliche Ausstellung wird durch Hörstationen ergänzt, die die Geschichte der Glasherstellung akustisch lebendig werden lassen.

Rheinsberg – Kultur aus besonderen Perspektiven

Und noch eine Runde! Die vielen verschachtelten Wege im Schlosspark Rheinsberg laden nicht nur zum Flanieren, sondern manchmal auch zum Sprint ein. Foto: Madlen Krippendorf
Und noch eine Runde! Die vielen verschachtelten Wege im Schlosspark Rheinsberg laden nicht nur zum Flanieren, sondern manchmal auch zum Sprint ein. Foto: Madlen Krippendorf

Das Schloss Rheinsbergzählt zu den kulturellen Höhepunkten der brandenburgischen Seenplatte und lässt sich entspannt mit Rollstuhl erkunden: Wie haben der preußische Kronprinz Friedrich, später Friedrich der Große, und sein Bruder Heinrich hier gelebt? Auch der angrenzende Lustgarten lädt mit rollstuhlgerechten Wegen, Seeblicken und ruhigen Ecken zum Verweilen ein. Eine Multimediatour per App ermöglicht individuelle Zugänge zur Geschichte – mit Kopfhörern und im eigenen Tempo. Im Sommer erfüllen Musik und Gesang der internationalen Opernfestspiele den Schlosshof und das Schlosstheater. Rollstuhlfahrende erleben die Aufführungen dabei aus der ersten Reihe.

Postkartenmotiv: Der Blick vom Wasser auf Schloss Rheinsberg. Foto: Madlen Krippendorf
Postkartenmotiv: Der Blick vom Wasser auf Schloss Rheinsberg. Foto: Madlen Krippendorf

Nur wenige Meter entfernt befindet sich die Anlegestelle der Reederei Halbeck. Das Fahrgastschiff „MS Remus“ eröffnet dank Lift zum Schiffsdeck auch mobilitätseingeschränkten Gästen neue Blickwinkel auf das Schloss und die wald- und wasserreiche Landschaft der Rheinsberger Seenkette.

Schorfheide – tierische Begegnungen in weiter Natur

Familienmoment im Luchsgehege des Wildparks Schorfheide, Foto: Thomas Henning
Familienmoment im Luchsgehege des Wildparks Schorfheide, Foto: Thomas Henning

Im Wildpark Schorfheide leben heimische Tierarten – und einige, die hier längst ausgestorben sind – in weitläufigen Freigehegen. Muffelwild, Wölfe, Fischotter, Rotwild, Wisente und Elche lassen sich fast wie in freier Wildbahn beobachten. Das leise Rascheln des Windes in den Ästen, Tierlaute aus der Ferne und der Duft des Waldes machen den Besuch zu einem besonderen Naturerlebnis. Beliebt sind die geführten Kremserfahrten, die auch für Rollstuhlfahrende geeignet sind und eine entspannte Entdeckungstour durch den über 100 Hektar großen Park ermöglichen.

Mehr Infos unter: www.brandenburgische-seenplatte.de/barrierefrei-reisen