Die Eifel ist reich an Mineralquellen, Seen, Bächen und Flüssen. In der nördlichen Eifel ist das Element Wasser wunderbar umgeben von Wildnis und leicht zugänglich zugleich. Wir lassen uns von Sonne, frischer Luft und unberührter Natur verzaubern.
Wir sind auf den Spuren eines echten Genießertipps für eine barrierefreie Tagestour. Und die fängt am Wasser an. Nichts lässt uns die Magie des glasklaren, gewundenen und aus mehreren kleineren Seen bestehenden Rursees besser spüren als eine Fahrt mit den Schiffen der Weißen Flotte. Wir steigen am Anleger in Einruhr zu und lassen uns über den Obersee tragen. Die elektrisch betriebenen Ausflugsboote „St. Nikolaus“ und „Seensucht“ gleiten geräuschlos dahin, während wir vom Deck aus mit Sicht auf die steilen, dicht bewaldeten Ufer entschleunigen.
Ringsum nämlich liegt der Nationalpark Eifel: ein noch recht junger Nationalpark, in dem die Natur die Regie übernimmt und den Urwald von morgen schafft. Steile Ufer, Bäume dicht an dicht, dazwischen Lichtungen oder stille Weiler… es wirkt auf die Seele so heilsam wie auf Tiere und Pflanzen, die sich hier ihren geschützten Lebensraum zurückerobern. Während wir es uns bei einer Erfrischung und köstlichem Kuchen an Bord gut gehen lassen, vollendet die Wildnis unermüdlich ihr Werk und holt sich die umgebenden Eifelhöhen zurück.
Die Schifffahrt unterbrechen wir in Rurberg, denn es verlangt uns nach deftigem Leckeren. Dafür ist Seppi’s Eck in Rurberg die delikate Imbiss-Adresse. Und die Frische des Rursees ist ungemein verlockend, das Glitzern der Fluten kühlt schon beim Anschauen.
Die Naturbadestelle im Eiserbachsee, welche am Rurseezentrum in Rurberg harmonisch in die Umgebung eingefügt wurde, versprüht beinahe Karibikgefühl mit ihrer sanft abschüssigen Flachwasserzone. Die Lebensfreude, die von diesem Ort ausgeht, ist einfach ansteckend. Dank barrierefreier Sanitäranlagen auf dem Gelände des Naturfreibades oder am nahen Nationalpark-Tor Rurberg fühlen wir uns komfortabel und gut aufgehoben. Wir genießen unbeschwerte Ferienlaune, auch wenn wir “nur” einen Tagesausflug machen. Doch irgendwann trägt uns die Weiße Flotte zurück nach Einruhr, wo wir wieder an Land gehen.
So lassen wir an einem Tag rund um den Rursee und den Nationalpark Eifel den Alltag hinter uns. Das in der Sonne glitzernde Wasser, das ruhige Gleiten der Weißen Flotte, die wieder befreite Natur mit ihrem wachsenden Urwald…
Detaillierte Informationen zu dem Tagesausflug gibt es hier.
A propos Natur und Nationalpark-Tore: Es gibt insgesamt vier von ihnen, außer dem in Rurberg noch je eines in Heimbach, im Monschauer Stadtteil Höfen und in Nideggen. Sie sind barrierefreie Informationshäuser an den besten Startpunkten für eine Erkundung des Nationalparks. Sie nehmen uns mit auf spannende, multimediale Reisen durch den Park auch an die geheimnisvollen Orte, wo Barrierefreiheit nicht gewährleistet werden kann.
So erfahren wir in den Ausstellungen alles über die „Lebensadern der Natur“: Wir pirschen auf den Spuren wilder Tiere durch das Dickicht, wir tauchen ab in die Welt von Flusskrebsen oder Perlmuscheln, wir bestaunen das Geschick der Wasser-Architekten mit dem dichten Fell, den Bibern. Wir kreisen als virtuelle Milane über unberührte Wiesen und versteckte Tümpel. Kurzum, wir werden für ein paar Stunden stille, heimliche Beobachter und ein Teil der Natur. So haben wir ein unvergessliches Aha-Erlebnis, wie wichtig der Nationalpark Eifel nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch für uns Menschen ist.
Die bestens ausgebildeten Rangerinnen und Ranger des Nationalparks sind übrigens auch perfekte Guides für geführte Touren speziell für Menschen, mit unterschiedlichen Sinnes- oder Mobilitätseinschränkungen. Auf Anfrage kann man eine solche Reise in die Wildnis buchen und so Einblicke erhalten, die das Herz aller Naturliebhaber höher schlagen lassen. Der Wilde Weg bei Schleiden ist eine weitere Möglichkeit, tief in die Natur einzutauchen. Er ist Teil des zertifizierten Barrierefreien Naturlerlebnisraums Wilder Kermeter und lüftet auf 1,5 Kilometern anhand von zehn interaktiven, spannenden Stationen die Überlebensgeheimnisse des Waldes mit seinen tierischen Bewohnern.
Das Nationalpark-Tor in Höfen ist für uns der Übergang zwischen Wildnis und behaglicher Kulturlandschaft. Das Dorf, ein Vorort von Monschau, liegt hoch über dem Rurtal und ist seit jeher den rauen Winden der Eifel ausgesetzt, die im Winterhalbjahr über das Hochplateau fegen. Die Bewohner fanden ein natürliches Mittel, um sich zu schützen: mehr als haushohe Rotbuchenhecken, welche die gedrungenen Fachwerkbauten und Gärten umgeben. Sie sind das Markenzeichen des Monschauer Landes und sind vor allem in Höfen sehr gut erhalten. Ein Blick durch die Pforten aus Laub und Zweigen offenbart immer wieder liebevoll gepflegte, ehemalige Bauernhöfe und Katen mit üppigen Blumenrabatten. Hier beginnt der barrierefreie Heckenweg, der uns in der Umgebung des Dorfes zu seltenen Mooren mit faszinierender Pflanzenwelt führt.
Unser Tipp für einen Tag im Höfener Heckenland
Alle vorgestellten Ausflugsziele, Wege und Führungen sind nach dem deutschlandweiten Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ erhoben und zertifiziert.
Auch im südlichen Teil der Eifel gibt es Einiges zu entdecken. Erfahren Sie mehr über Weite Blicke und Komfort-Wege im Naturpark Südeifel.
Inspirationen für weitere barrierefreie Tagesausflüge in die Eifel finden Sie hier. Weitere nach „Reisen für Alle“ zertifizierten Angebote der Eifel sind auf https://www.eifel.info/barrierefreie-eifel übersichtlich zusammengestellt.